Grußworte

Grußwort Pfarrer Manfred Hohnhaus

10. Rother Motorradgottesdienst, 30. April 2017, 12.30 Uhr Marktplatz

Liebe Besucherinnen und Besucher der „Rund ums Rad“ und des Rother Motorradgottesdienstes, 

Pfarrer Manfred Hohnhausheuer feiert er Jubiläum: Zum 10. Mal findet der Motorradgottesdienst auf dem Rother Marktplatz statt. Und wenn der Himmel dazu lacht – was in all den Jahren nur einmal nicht der Fall war – dann werden wieder viele Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen den Weg ins Zentrum unserer Kreisstadt finden, um einen Gottesdienst der „etwas anderen Art“ zu feiern, der auch viele Rother Bürgerinnen und Bürger zu seinen Fans zählt.

Beim Anblick der schönen Bikes wird so manches alte Herz wieder jung und mancher Senior erinnert sich mit etwas Wehmut an die Jugendzeit, als er seine Liebste das erste Mal mit der sauer ersparten BMW, Hercules, Horex, NSU, Triumph, Victoria oder Zündapp zum Rendezvous abgeholt hat …

Motorradfahren hatte eben schon immer viel mit Gefühl und Leidenschaft zu tun – und so ist das bis heute geblieben. Das erklärt vielleicht auch die ganz besondere Stimmung, die den Motorradgottesdienst beseelt. Miteinander freuen wir uns über das gemeinsame Hobby und danken Gott für die Freiheit, die es uns vermittelt.

„Freiheit, die ich meine …“ – das ist deshalb auch das Thema des diesjährigen Gottesdienstes im Lutherjahr 2017. Mit seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ hat der Reformator vor einem halben Jahrhundert Impulse gesetzt. Und gerade heute, in einer Zeit, in der so viele getrieben sind von den Anforderungen ihres Berufs, vom Leistungs- und Termindruck, scheint es mir wichtig, wieder neu nachzudenken über die innere und äußere Freiheit, die uns der Glaube an Gottes Güte schenken will.

Die Botschaft Luthers ist also aktueller denn je – und beim Motorradfahren ist sie hautnah spürbar. Unmittelbar riechen und atmen wir die frische Luft; spüren Sonne, Wind und Regen; und er-fahren die Weite der Landschaft … Es sind Momente der Freiheit, die sich uns dabei sinnlich mitteilen, und von denen wir im harten Berufs- und oft fordernden Familienalltag bisweilen wenig spüren. Motorradfahren durchbricht den immer selben Rhythmus von Aufstehen, zur Arbeit fahren, Büro oder Fabrik, Kochen, Essen, Waschen, Putzen, Sich-Kümmern, Schlafen, Aufstehen …, bei dem sich manch einer bisweilen fragt: „Das kann doch nicht alles gewesen sein?!“ 

An ein „Mehr an Leben“, an ein Stück Himmel, an einen Horizont neuer Hoffnung, wollen wir uns deshalb beim Motorradgottesdienst erinnern – und beim Totengedenken auch daran,  dass all dieses weit über diese Welt hinaus reicht …

Ich danke dem Rotary-Club-Roth von Herzen dafür, dass er diesen Gottesdienst über all die Jahre finanziell und auf vielfältige andere Weise unterstützt hat; und der Stadt Roth, der Polizei, dem Roten Kreuz, der Wasserwacht, den Johannitern, meinem Team um Roland Ettel, und allen, die das ihre dazu beitragen, dass diese Veranstaltung auch heuer wieder stattfinden kann.

Ganz besonders danke ich Jimmy Potratz und dem Wilson Gospelchoir, dass sie dem MoGo Roth die Treue gehalten und ihm buchstäblich einen einmaligen und besonderen Klang verliehen haben! 

Wie üblich fahren wir am Ende des Gottesdienstes im Konvoi zur „Rund um´s Rad“, wo sicher eine spannende Ausstellung auf uns wartet. Mir persönlich wird dabei so manches durch den Kopf gehen, denn es ist heuer das letzte Mal, dass ich „in offizieller Funktion“ dabei sein werde. Im November diesen Jahres verabschiede ich mich in den Ruhestand, und hoffe, dass der liebe Gott meiner Frau und mir dann noch etwas Zeit schenkt, in der wir ohne Amt und Würden bzw. Bürden die „Freiheit, die ich meine …“ genießen können. Ich hoffe auch, dass ich dann meinem geliebten Hobby Motorradfahren nach Lust und Laune nachgehen kann …

Mit einem herzlichen „Gott befohlen!“ grüßt Sie alle

Ihr Manfred Hohnhaus, Pfr.